Aufenthalt auf der Intensivstation

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moyam
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Aufenthalt auf der Intensivstation

Beitrag: #36466 moyam
23.12.2016, 08:45

Hallo, ich bin sehr interessiert an euren Erfahrungen von der Intensivstation. Gibt es hier Patienten, die lange in künstlichen Koma lagen und einem längerem Aufenthalt auf der Intensivstation hinter sich haben? Wenn ja, wie habt ihr die ITS erlebt? Was könnt ihr über pflegerischem Versorgung berichten wie z.B. gewaschen zu werden, abgesaugt zu werden oder dazu, dass man dort nicht auf die Toilette gehen darf? Wie seid ihr damit zu recht gekommen, dass man nicht normal kommunizieren kann? Was ist mit dem Tag/Nachtsrhytmus auf der Intensivstation? kann man dort überhaupt (wegen der Lautstärke) normal schlafen? Kann sich jemand von euch erinnern wie die Aufwaschphase war oder ob man in den künstlichen Koma irgendetwas von dem außen Welt wahrnimmt? Ich bitte um eure Erfahrungen...

Udo
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Re: Aufenthalt auf der Intensivstation

Beitrag: #36468 Udo
23.12.2016, 16:26

Ich war 9 Tage im künstlichen Koma, und kann darüber auch etwas berichten. Aber wohl erst ab morgen oder übermorgen, da ich Besuch habe.

Gruß, Udo
Abends geht die Sonne unter, morgens geht sie wieder auf !

moyam
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Re: Aufenthalt auf der Intensivstation

Beitrag: #36472 moyam
25.12.2016, 22:10

Das wäre super, vielen Dank.

Udo
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Re: Aufenthalt auf der Intensivstation

Beitrag: #36475 Udo
28.12.2016, 02:12

Da es schon recht spät ist, schreibe ich erst einmal nur ein bißchen.

Soviel weiß ich eigentlich von dem Koma gar nicht, da ich ins künstliche Koma gesetzt wurde, und dann nach 9 tagen wieder erweckt wurde. Die ersten Tage danach waren allerdings heftig, und auch die Tage, bevor ich im Fieberdelirium noch selbst den Notarzt angerufen habe.
Wie ich das geschafft habe, war schon doll, und auch meine Rettung. Noch 1 Tag zu Hause, und das wärs dann wohl gewesen.
So mit fast 42 Grad Fieber bekommt man wirklich ernsthafte Probleme. Ich weiß noch, das ich zu Hause einen grausigen Alptraum hatte, so als wäre ich schon tot, und auch einmal gefallen bin, und mich nicht mehr bewegen konnte.

Naja, da ich ja gerade aus dem Urlaub gekommen war, hatte ich noch einen Koffer gepackt gehabt, den noch irgendwie mit neueren Sachen vollgestoppft, was Stunden dauerte, und Abends den Rettungswagen angerufen. Ich weiß dann, das ich mit dem Koffer vor der Haustür stand, bis der Wagen gekommen ist. Dort haben die mich kurz untersucht, und im Krankenhaus habe ich noch etwas unterschrieben, danach habe ich mich im Bett wiedergefunden, und weiß nur noch schemenhaft, das der Arzt mich fragte, ob ich damit einverstanden wäre mit einem künstlichem Koma, wo ich nur noch sagte: "Wenn es den sein muß" , alles andere weiß ich nicht mehr, noch nicht einmal, wie ich von der Anmeldung überhaupt ins Krankenzimmer gekommen bin, und wie lange ich dort eigentlich gelegen habe, bevor ich ins Koma gesetzt wurde. Es war alles wie in einem Traum, und ich war unwahrscheinlich schwach.

Aber dann ging es ja ins Koma.. und morgen schreib ich weiter.
Update: .. oder lieber übermorgen.
Abends geht die Sonne unter, morgens geht sie wieder auf !

Udo
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Re: Aufenthalt auf der Intensivstation

Beitrag: #36505 Udo
09.01.2017, 17:22

Jetzt geht es weiter...

Wie gesagt, ich war 9 tage im Koma wegen einer sehr schweren legionelleninfektion.
Dann wurde ich wach, und eine Stimme rief, ob ich weiß wo ich bin.
Ich lag irgendwo auf dem Bauch, und überall Schläuche an mir, die ich mir wohl rausreißen wollte, auf jeden Fall wurde mir das erzählt, später.
Später wurde ich dann wieder wach, und fand mich leicht fixiert an den Händen in einem Bett wieder, was mich wieder recht aggressiv machte. Das ging dann so weiter, und ich war wirklich sehr durcheinander, und eines morgens oder abends oder mittags, waren die Hände frei. Mein Zeitgefühl war auch vollkomen durcheinander, weil in einer Intensivstation immer irgendwie Tag ist, ich hatte das Gefühl, das ich überhaupt nicht mehr schlafe, und einmal dachte ich, wir hätten abends, dabei war es erst morgens. Ich weiß heute noch nicht, wieviel Tage ich eigentlich dort in wachem Zustand drin war.
Ich kam mir vor wie in einem Raumschiff, überall piepste und blinkte es.
Ich war unheimlich schwach, konnte nicht gehen und schon gar nicht stehen, hatte teils Gedächtnissprobleme, aber letztendlich muss ich sagen, das die Pflegerinnen und Pfleger ganz toll waren, irgendwann bekam ich mein erstes Brot, wurde auch gewaschen, und die ersten Sitz, Geh- und Stehübungen begannen. Wobei ich Anfangs schon beim Sitzen fast vom Stuhl fiel, aber sie sagten mir, ich könne mich im Sitzen auch selber versuchen zu waschen. letztendlich war das auch eine gute Übung, um den Kreislauf wieder hochzufahren.
Man kann sagen, das man im Koma unwahrscheinlich schnell muskelmäßig abbaut, und das Erwachen und wieder fit werden ein schwieriges Unterfangen ist.
Geträumt habe ich übrigens nichts im Koma, ich wurde aber danach gefragt. Da soll es ja einige unschöne Sachen geben.
Aber kurz vor dem Krankenhaus hatte ich einen schlimmen irrealen Traum, den ich nie vergessen werde, vielleicht schon ein Vorbote des fast eingetretenen Todes.
EIn bißchen ist Koma wie sterben und wieder wach werden.

Das war`s .
Abends geht die Sonne unter, morgens geht sie wieder auf !


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